Praxisdokumentation · Interne Evaluation · Explorative Felder · Externe Forschung

Forschung im Freien.

Der Verein trägt seinen Namen, weil wir in einer forschenden Grundhaltung leben — im Wissen, dass wir nichts wissen außer dem, was unsere Forschung uns lehrt.

Ein Projekt des österreichischen Vereins „Forschung im Freien"

I · Selbstverständnis

— was Forschung für uns bedeutet —

Ein reales Feld, nicht ein fertiges Institut.

Unser Ausgangspunkt ist ein reales Feld: Familien, junge Menschen, Orte, Beziehungen, Reisen, Konflikte, Lernprozesse, wirtschaftliche Fragen, Governance, Verantwortung und die fortlaufende Frage, wie Menschen heute frei, verbunden und würdevoll leben können.

Wir unterscheiden bewusst zwischen Praxisdokumentation, interner Evaluation, explorativen Forschungsfeldern und externer wissenschaftlicher Forschung.

Aber wir wollen nachvollziehbar machen, was wir tun, welche Fragen uns leiten, welche Instrumente wir nutzen und wo unsere Grenzen liegen.

Unser Ziel ist keine Selbstdarstellung als fertiges Forschungsinstitut, sondern die Einladung zu sauberer, offener und menschenwürdiger Erkenntnisarbeit.

II · Vorhandene Grundlagen

Vorgängerprojekt Lernen im Freien.

Im Vorgängerprojekt Lernen im Freien (www.lernen.im-freien.eu) wurde bereits wissenschaftlich gearbeitet. Dr. Daniel Tello begleitete das damalige Jugendhilfe- und Bildungsprojekt und erstellte einen ersten Forschungsbericht zur Elternbefragung.

1. Forschungsbericht · Dr. Daniel Tello

Lernen im Freien

— quantitative Auswertung der Elternbefragung

Erste systematische Auswertung der Erfahrungen begleitender Familien.

~ PDF folgt ~
2. Forschungsbericht · Dr. Daniel Tello

Lernen im Freien

— qualitativer Teil der Forschung

Liegt als Arbeitsfassung vor, wird redaktionell geordnet und weiter aufbereitet.

~ PDF folgt ~

Darüber hinaus ist in den letzten Jahren eine lose, aber umfangreiche Sammlung aus Protokollen, Gesprächsnotizen, Reflexionen, Konzeptionsständen, KI-Arbeitsbereichen, Echtzeit-Texten, Fallbeobachtungen und Projektpapieren entstanden.

Diese Materialien sind nicht alle öffentlich. Viele berühren persönliche Lebenssituationen, Familienprozesse oder junge Menschen. Sie bilden jedoch einen wachsenden internen Forschungskorpus, der geordnet, geschützt und perspektivisch wissenschaftlich auswertbar gemacht werden soll.

~ vier Reflexionsinstrumente ~

Wie wir genauer hinsehen.

Neben klassischen Formen der Beobachtung, Befragung, Dokumentation und Auswertung arbeiten wir mit vier besonderen Instrumenten.

— Instrument I —

Human Design

Als führendes Forschungs- und Strukturinstrument, um individuelle Entscheidungsmechaniken, Beziehungsmuster, Stressdynamiken und Rollenpotenziale im Alltag sichtbar zu machen.

Mehr dazu in der Cinematic-Vertiefung weiter unten.

— Instrument II —

PerLen / KinderPerLen

Das PerLen-Konzept nach Rüdiger Iwan ist für uns ein wichtiges Instrument, um Lernprozesse sichtbar, erinnerbar und reflektierbar zu machen. Bereits im Rahmen von Lernen im Freien wurde die Entwicklung einer KinderPerLe angestoßen und mitgetragen.

Für unser heutiges Projekt ist PerLen vor allem als dokumentations- und reflexionsorientiertes Evaluationsinstrument interessant: Es kann helfen, Lernwege junger Menschen sichtbar zu machen, ohne sie auf Noten, Defizite oder äußere Vergleichbarkeit zu reduzieren.

→ eva4u.com

— Instrument III —

Gleichgewicht Kindeswohl

Mit Gleichgewicht Kindeswohl liegt ein weiterer Arbeitsbereich vor, der aus langjähriger pädagogischer und jugendhilflicher Praxis gewachsen ist. Im Zentrum steht die Frage, wie junge Menschen als eigenständige Rechtssubjekte gesehen und geschützt werden können — auch dort, wo klassische Schutzsysteme an Grenzen stoßen.

Für unser Projekt ist dieser Bereich besonders wichtig, weil selbstbestimmte Bildung, Reisen, Gemeinschaft und alternative Lebensformen nur dann verantwortbar sind, wenn die Würde, Sicherheit und Entwicklung junger Menschen klar im Mittelpunkt stehen.

— Instrument IV —

KI-gestützte Auswertung

KI unterstützt uns dabei, Human Design nicht nur intuitiv, sondern strukturierter auszuwerten. Sie hilft, wiederkehrende Muster zu erkennen, Beobachtungen zu ordnen, Fallfragen präziser zu formulieren und verschiedene Perspektiven miteinander zu verbinden.

Dabei bleibt klar: KI entscheidet nicht über Menschen. Human Design legt Menschen nicht fest. Das Feld ersetzt keine Selbstverantwortung.

III · Human Design vertieft

Ein Forschungsinstrument, kein Lifestyle-Etikett.

Human Design nimmt in unserem Projekt eine besondere Stellung ein.

Wir verwenden es nicht als Lifestyle-Etikett, nicht als Identitätslabel und nicht als Schublade. Wir verstehen Human Design als führendes Forschungsinstrument, um individuelle Entscheidungsmechaniken, Beziehungsmuster, Stressdynamiken, Rollenpotenziale und energetische Wechselwirkungen im Alltag sichtbar zu machen.

Wer in den vertieften Annäherungs- und Forschungsprozess des Projekts eintritt, erklärt sich grundsätzlich damit einverstanden, dass sein Human Design Chart erstellt, besprochen und im Rahmen der Projektentwicklung ausgewertet werden darf.

Wir wollen verstehen, wie ein Mensch entscheidet, wo er Druck aufnimmt, wann er regeneriert, welche Rolle ihm im Feld entspricht und welche Konstellationen ihn stärken oder überfordern.

Wir erforschen zum Beispiel:

  • Wie wirken offene Zentren in Familien- und Gruppendynamiken?
  • Wann wird der Zweifel eines Menschen zum Handlungsdruck eines anderen?
  • Welche Menschen stabilisieren ein Feld, ohne formal zu führen?
  • Welche Designs brauchen Rückzug, bevor sie klare Entscheidungen treffen können?
  • Welche Teamzusammensetzungen erzeugen Klarheit, Reibung, Erdung, Initiative oder Überforderung?
„Welches Vorgehen kann bei einem jungen Menschen mit sakraler Autorität, definierter Logik, offener Kehle und offenem G-Zentrum sinnvoll sein, wenn er bei einem Sportangebot scheinbar stört?" — Fallfrage aus der Praxis

Solche Fragen zeigen, worum es uns geht: Wir wollen Verhalten nicht vorschnell bewerten. Wir wollen genauer verstehen, was im Feld geschieht.

Vielleicht ist ein junger Mensch nicht „störend". Er antwortet auf eine unstimmige Einladung. Vielleicht ist ein Zweifel kein Angriff. Er ist ein Beitrag zur Qualitätssicherung. Vielleicht ist Rückzug kein Desinteresse. Er ist Voraussetzung für eine klare Entscheidung.

KI-gestützte Human-Design-Forschung als Zugang zum individuellen So-Sein. Ihr Ziel ist nicht Anpassung. Ihr Ziel ist stimmigere Selbstführung, bessere Rollenklärung und mehr Achtung vor Unterschiedlichkeit.

IV · Vier Kommunikationsebenen

Damit Forschung nicht beliebig wird.

Damit Forschung nicht beliebig wird, unterscheiden wir vier Ebenen.

~ Ebene I ~

Praxisdokumentation

Protokolle, Chroniken, Echtzeit-Texte, Gesprächsnotizen, Konzeptionsstände, Arbeitsdokumente. Zeigen, was im Projekt geschieht.

~ Ebene II ~

Interne Evaluation

Fragebögen, Rückmeldungen, Reflexionsgespräche, PerLen-Auswertungen, Lernstandsdokumentationen, begleitende Selbstbeobachtung.

~ Ebene III ~

Explorative Felder

Ansätze, die wir untersuchen, ohne wissenschaftliche Bestätigung zu behaupten. KI-gestützte Human-Design-Forschung, symbolische Selbstdeutung, biografische Reflexion, neue Formen der Rollen- und Beziehungsklärung.

~ Ebene IV ~

Externe Forschung

Wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden, Promovierenden, Hochschulen oder unabhängigen Forschenden. Diese Ebene wünschen wir uns ausdrücklich, weil sie das Projekt von außen befragen, prüfen und methodisch einordnen kann.

Aktuelle Forschungsfragen.

  1. Wie gelingt selbstbestimmte Bildung in reisenden Familiensystemen?
  2. Welche Bedingungen brauchen junge Menschen, um trotz wechselnder Orte stabile Beziehungen zu erleben?
  3. Wie können informelle Lernprozesse sichtbar gemacht werden, ohne sie schulisch zu verengen?
  4. Wie wirken Integrität, Konfliktfähigkeit und Erwachsenenreifung auf junge Menschen?
  5. Welche Governance-Strukturen braucht eine multilokale Lebensgemeinschaft?
  6. Wie entsteht soziale Konstanz trotz nomadischer Lebensweise?
  7. Wie lassen sich wirtschaftliche Eigenständigkeit und gemeinschaftliche Verantwortung miteinander verbinden?
  8. Welche Chancen und Grenzen haben PerLen, Human Design und KI-gestützte Reflexion als Instrumente der Selbstbeobachtung?
V · Schutz, Ethik und Datenschutz

Forschung mit jungen Menschen braucht besonderen Schutz.

Forschung mit Menschen braucht Schutz. Forschung mit jungen Menschen braucht besonderen Schutz.

Deshalb gilt für uns: Die Würde, Sicherheit und Selbstbestimmung junger Menschen stehen über jedem Forschungsinteresse.

Junge Menschen sind keine Objekte unserer Untersuchung. Sie sind eigenständige Subjekte. Ihre Stimme, ihr Spiel, ihre Grenzen, ihr Vertrauen und ihre Entwicklung sind zu achten.

Persönliche Daten, Familiendynamiken, biografische Themen und sensible Beobachtungen werden geschützt. Veröffentlichungen erfolgen nur in einer Form, die Persönlichkeitsrechte wahrt und Menschen nicht ausstellt.

Wir wollen sichtbar machen, was wir lernen — ohne Menschen bloßzustellen.

— eine offene Einladung —

Einladung zur Kooperation.

Wir sind offen für Kooperationen mit Studierenden, Promovierenden, Hochschulen und Forschenden, die sich für selbstbestimmte Bildung, Lernen in und mit Natur, multilokales Leben, Gemeinschaftsbildung, alternative Formen der Lernstandssichtbarkeit, Governance in sozialen Projekten oder explorative Formen biografischer und pädagogischer Reflexion interessieren.

— was wir bieten können —

Was wir bieten

  • Zugang zu einem realen Praxisfeld
  • Vorhandene Dokumentationen
  • Gesprächspartner
  • Laufende Entwicklungen
  • Einen reichen Kontext für qualitative Forschung, Fallstudien, Ethnografie, partizipative Forschung oder Mixed-Methods-Designs
  • Die Bereitschaft, unsere eigenen Annahmen kritisch prüfen zu lassen
— was wir nicht versprechen —

Was wir nicht versprechen

  • Fertige Beweise
  • Konfliktfreie Felder
  • Eine abgeschlossene Theorie
  • Vollständige Finanzierung wissenschaftlicher Arbeit

Wer mit uns forschen möchte, sollte Interesse an Genauigkeit, Offenheit, Schutz junger Menschen und der sauberen Trennung zwischen explorativer und bestätigender Forschung mitbringen.

— einer der Wege ins Gespräch —

Wenn deine Fragen mit unseren räsonieren, beginnt der Weg bei einem Info-Call.

Zum Info-Call

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